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Die Vorgeschichte von allem, das AMAZONICA heißt, sind die Arbeit, die Erfahrungen und die Erfolge der privaten, gemeinnützigen Organisation INDIO-HILFE. Heute bilden AMAZONICA und INDIO-HILFE gemeinsam das Rückgrat der Initiative zum Schutz des tropischen Regenwalds im Amazonasgebiet.
Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Chachi, Provinz Esmeraldas, Ecuador
Uli Pohl und Mascha Pohl-Kauka lernen als Touristen einige Chachi am Río Cayapas kennen, darunter die Häuptlingsfamilie. Die Chachi bitten um Hilfe in ihrer hoffnungslosen Situation.
Geldspenden der Familie Pohl für Schulmaterial und Studienbeihilfen für 3 Chachi-Studenten in der Hafenstadt Esmeraldas und für Medikamente. Am 27. Juni: Gründung des gemeinnützigen Vereins INDIO-HILFE e.V. in Pullach bei München - Weitere Studienbeihilfen
- Unterstützung von 5 Waisenkindern
- Medikamente im Wert von DM 8.000,-
Weiterhin Unterstützung von Studenten - Ankauf von Kunsthandwerk in größerem Umfang, um es in Deutschland zu verkaufen
- Studienbeihilfen für 15 verheiratete oder besonders bedürftige Schüler der Realschule
- Schulspeisung für 50 Schüler
- Ankauf von Kunsthandwerk, auch über das Projektende hinaus
- Beschaffung von Saatgut und Ackerbaugeräten für eine Lehrplantage neben der Schule
- Ausstattung von 2 Lehrwerkstätten für Schreiner und Mechaniker
- Anschaffung eines Starkstromkabels, um die Lehrwerkstätten mit einem Generator zu verbinden
- Schaffung eines Fonds, damit kinderreiche Familien Schuluniformen, -gebühren und Lernmaterial zum Schuljahresbeginn finanzieren können
- Bau des ersten Gemeindehauses in Zapallo Grande
- Ausbildung der ersten Lehrerinnen in der traditionellen Chachi-Webkunst, die fast verloren gegangen war
- Geräte und Sämereien für Lehrplantagen in weiteren 4 Zentren
- Beginn der allgemeinen Webkurse: Aus jedem Dorf werden 2 Frauen in Zapallo Grande ausgebildet, die später in ihren eigenen Dörfern unterrichten
- Anschaffung des ersten Kanus mit Außenbordmotor für Werkstätten und Schulen
- Erstmalig werden die Projekte von INDIO-HILFE durch Mittel des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unterstützt
- der Lehrer unterrichtet in Mechaniker- und Schreinerarbeiten, die Ausstattung mit Maschinen wird erweitert
- Die Webkurse laufen bis 1991 weiter
- Errichtung einer Musterplantage für 20 Familien im Zentrum Tsejpi (Kaffee, Kakao)
- Unterstützung weiterer Ackerbauprojekte
- 3 Kanus mit Außenbordmotoren für andere Zentren
- Bau weiterer Gemeindehäuser in 4 Dörfern
- sämtliche Dörfer erhalten Trinkwassertanks mit Zubehör zum Auffangen des Regenwassers
- 3 Chachi-Frauen beginnen in Esmeraldas mit der Ausbildung zur Krankenschwester: monatliche Unterstützung durch INDIO-HILFE über 2 Jahre
durch das staatliche ecuadorianische Institut I.E.R.A.C. zunächst im Zentrum Hoja Blanca. Die Landvermessung ist Voraussetzung, damit die Chachi den Eigentumstitel an ihrem Territorium erhalten - Weitere 7 Gemeindehäuser werden errichtet
INDIO-HILFE erreicht, dass sie vom ecuadorianischen Staat angestellt werden und im Chachi-Gebiet arbeiten dürfen - Beschaffung von Instrumenten und anderen Ausrüstungsgegenständen für das staatliche ecuadorianische Vermessungsinstitut, das sich verpflichtet, das Chachi-Gebiet zügig zu vermessen
- Die Webkurse werden abgeschlossen, da inzwischen alle interessierte Frauen weben können
- Bau von weiteren 5 Gemeindehäusern
- In 6 Chachi-Zentren schließen sich die am Ackerbau interessierten Familien zu Genossenschaften zusammen. INDIO-HILFE unterstützt sie mit Saatgut und Geräten
- Verhandlungen mit dem ecuadorianischen Gesundheitsministerium für den Bau eines Krankenhauses in Zapallo Grande
Die Tochterorganisation von INDIO-HILFE wird als Stiftung in Ecuador mit Sitz in Quito eingetragen. Name: FACISA = Fundación Alemana de Cooperación Indígena Sudamericana - INDIO-HILFE, das ecuadorianische Gesundheitsministerium und die Chachi wirken zusammen, um das erste große Urwaldkrankenhaus in der Provinz zu bauen. Es erhält einen Operationssaal, außerdem wird ein Wohnhaus für das Pflegepersonal errichtet
- Zur Erhaltung und Verbreitung der Chachi-Kultur wird Unterricht in der traditionellen Musik erteilt: sowohl der Instrumentenbau als auch ihr Gebrauch mit traditionellen Weisen
- 2 Genossenschaften beginnen mit der Schweinehaltung
- Im Zentrum Tsejpi gründet sich erstmals eine Genossenschaft nur mit Chachi-Frauen. Diese Gruppe beginnt versuchsweise mit dem Reisanbau
- Weitere 4 Chachi-Zentren erhalten ihre Landtitel
- Das Pilotprojekt „Reisanbau“ hatte Erfolg, nunmehr wird in vielen Zentren Reis angebaut
- INDIO-HILFE unterstützt 16 neue Ackerbauprojekte
- Um auf dem Markt für Reis und Kaffee bessere Preise zu erzielen, müssen beide geschält werden
- INDIO-HILFE finanziert Schälmaschinen
- Das Zentrum Rampidal erhält eine Schreinerwerkstätte
- Freddy Pianchiche aus dem Zentrum Tsejpi ist der erste Chachi, der in Quito Jura studiert. Er wird von mehreren Vereinsmitgliedern privat gefördert
- 9 neue Projekte in Ackerbau und Schweinehaltung
- Weitere Frauenverbände gründen landwirtschaftliche Genossenschaften
- Ein ecuadorianischer Agraringenieur wird für 3 Jahre verpflichtet, die Chachi in verbesserten Ackerbaumethoden zu unterrichten, Aufklärung über Pflanzenschädlinge, natürliche Düngung und Pflege der Ernte für die Vermarktung
- Der bei den Chachi lebende Agraringenieur arbeitet gleichzeitig mit 24 Dörfern
- Der Anbau von neuen Gemüse- und Obstsorten wird getestet
- Kochkurse in mehreren Chachi-Zentren, um den Frauen die Nutzung der neuen Produkte zu erklären
Die Landvermessung wird wieder aufgenommen: Durch Regierungswechsel in Ecuador waren die Vermessungsarbeiten von staatlicher Seite unterbrochen worden. 6 Chachi-Zentren erhalten ihre Landtitel - Verstärkter Anbau von Zuckerrohr. 5 Gemeinden erhalten eine Zuckerrohrmühle, um die verschiedenen Zuckerprodukte gewinnen und verkaufen zu können: Zuckerrohrsaft, Sirup, Melasse und Rohrzucker
- Frauenverbände beginnen mit der Hühnerhaltung
- Sozioökonomische Kurse von einem ecuadorianischen Soziologen im Chachi-Gebiet, um die Chachi über Rechte und Pflichten aufzuklären, die sich aus ihrem Landbesitz ergeben
Die Betreuung der Projekte übernehmen seine Chachi-Assistenten, die von ihm ausgebildet wurden - Beginn des umfangreichen 2. Gesundheitsprojekts in Zusammenarbeit mit dem ecuadorianischen Gesundheitsministerium. Zunächst Anstellung von 3 Ärzten für das Chachi-Gebiet und Ausbildung von 10 Sanitätern
keine weiteren Informationen - Neubau von 9 Sanitätsstationen
Einrichtung von Gesundheitskomitees - Erste-Hilfe-Kurse für die Schullehrer (24 Grundschulen und eine Realschule); Ausstattung der Schulen mit kleinen Apotheken/Erste-Hilfe-Koffern
- Einrichten spezieller Fonds für Notfälle und besonders schwere Krankheiten/Operationen und, um Tuberkulose und Malaria vorzubeugen
- Kurse für Familienplanung und Empfängnisverhütung
Im gegenseitigen Einvernehmen wird die Zusammenarbeit der Chachi mit INDIO-HILFE nach 20 erfolgreichen Jahren beendet. - das Buch wurde erstmalig von einem Chachi geschrieben, zweisprachig auf Spanisch und Cha’palaachi. INDIO-HILFE ist Finanzier und Herausgeber
Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Pilahuines, Provinz Tungurahua, Ecuador
- der Projektbetreuer in Ecuador ist FACISA
- Kauf von Ackerbaugeräten und Saatgut. Ein Agraringenieur unterrichtet die Bauern
- Ein großes Gemeindehaus wird gebaut
- Neue Gemüse und Getreide werden versuchsweise angebaut
- Das Gemeindehaus wird fertig gestellt
- Neben dem Gemeindehaus wird eine große Markthalle mit Schlachthaus errichtet und ein Gelände für den Markt im Freien eingeebnet
keine weiteren Informationen - um die Felder an den steilen Hängen terrassenförmig anzulegen und pflügen zu können
- Kauf von 6 Nähmaschinen und Einrichten eines Schneiderkurses für die Bauersfrauen
- Studienbeihilfe für 4 junge Pilahuines (1 Frau, 3 Männer), sie studieren an Fachinstituten Betriebswirtschaft, Landwirtschaft und Tiermedizin
- Sie werden auf dem Markt vor Ort verkauft, aber auch schon nach Quito auf den größten Indiomarkt der Hauptstadt gebracht
- Kauf eines großen alten Hauses in Quito neben dem Indiomarkt, um den Bauersfamilien während der Markttage eine Herberge zu geben
- Beginn des Trinkwasserprojekts: 2 Quellen werden gefasst, mehrere Tanks gebaut und über 10 km Wasserleitungen unterirdisch verlegt. Nutznießer sind zunächst 500 Bauern der Gemeinde Misapamba. Das Projekt kann in Zukunft Tausende von Indios versorgen
- Restaurierung und Eröffnung der Indio-Herberge „Tambo Huasi“ mit großer Kantine
- Verstärkte Vermarktung der Knoblauchproduktion, die inzwischen die größte in Ecuador ist. Vertrieb von Knoblauchöl und Knoblauchpulver
- Bau von Toiletten für die Grundschule.
keine weiteren Informationen - insgesamt 12 Dörfer
- Damit endet die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Pilahuines und INDIO-HILFE im gegenseitigen Einvernehmen
Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Záparos, Achuar, Shuar und Kichwa in den Provinzen Pastaza und Morona Santiago, Amazonasregion Ecuadors
keine weiteren Informationen keine weiteren Informationen - Ausbildung von 5 Záparos zu Sanitätern am Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Puyo
- Ausstattung der Sanitätsstationen mit Trinkwasser, Toiletten, Möbeln, Medikamenten und Funkgeräten, die über Solaranlagen versorgt werden
- Die Shuar erhalten in Yuwints eine große komfortable Sanitätsstation mit Zimmern
- Der Sanitäter besucht einen Fortbildungskurs
- Besorgung von Maschendraht für die Hühnerhaltung, die wiederum ein Beitrag zur Schulspeisung ist
- Aufforstung mit diversen Palmenarten
- Einrichtung von 2 Werkstätten für die Schreiner und den Mechaniker in Yuwints
- Die Achuar in Sharamentsa am Río Pastaza erhalten einen starken Außenbordmotor
- Finanzieller Beitrag von INDIO-HILFE zum Bau einer Trinkwasser- und Stromversorgung durch Photovoltaik: jedes Haus in Sharamentsa hat fließendes Wasser und Licht
- Computerkurs für 3 Achuar, Kauf von Laptops mit Druckern, die das Solarstromnetz versorgt
- Die Kichwa in Nina Amarun erhalten eine Sanitätsstation mit 2 ausgebildeten Sanitätern aus dem Ort
- Bekämpfung der Malaria in beiden Provinzen über anderthalb Jahre, finanziert von INDIO-HILFE
- „Erste Alternative Runde“ über Erneuerbare Energien in Puyo, Provinz Pastaza, für 150 Indio-Parlamentarier/CONFENIAE und die ecuadorianische Regierung. Zusammenarbeit mit der FH Weihenstephan
- Beginn des Pilotprojekts AMAZONICA zur Rettung des tropischen Regenwalds durch Förderung seiner Ureinwohner. Aufbauarbeit mit den drei Mustergemeinden Yuwints, Sharamentsa und Nina Amarun
- Eine Malaria-Epidemie mit dem Erreger Malaria vivax bricht aus. INDIO-HILFE startet eine Malaria-Kampagne in den am schlimmsten betroffenen Gemeinden
- Kurse zur Alphabetisierung und Kulturunterricht zum Erhalt der traditionellen Kultur in den Mustergemeinden
- Förderung von 9 Studenten in der Gemeinde Yuwints: Lehrer/Lehrerin, Land- und Forstwirtschaft, Umweltmanagement, Gemeindeverwaltung, Marketing
- Freiwillige der Gemeinde Yuwints erproben die Fischzucht in angelegten Teichen
- Die Förderung von Studenten wird ergänzt um 2 Studenten der Fachrichtungen Umweltmanagement und Marketing
- An der Schule in Yuwints wird eine Sanitärbatterie installiert
- Die Gemeinde Yuwints baut ein Gemeindehaus (für Versammlungen, Schulspeisung) und 1 Wohnhaus für die Lehrerfamilie, die nicht vom Ort ist, im traditionellen Baustil
- In Sharamentsa werden 2 Achuar zum Schreiner ausgebildet. Sie übernehmen fortan den Bau der geplanten Gebäude
- In Sharamentsa werden Waschplätze an jedem Haus gebaut. INDIO-HILFE führt erstmalig den Bau von Trocken-Trenn-Toiletten (Kompost-Toiletten) ein. Das Baumaterial findet man vor Ort. Sie sind hygienisch und geruchlos und eine günstige und gesunde Alternative zu stinkenden, schmutzigen Latrinen in Wellblechverschlägen. Der anfallende Kompost wird zur Bodenverbesserung auf den Palmenpflanzungen benutzt
- Die Gemeinde Sharamentsa baut Werkstätten für den Schreiner, den Wartungsmechaniker und für die Schneiderei im traditionellen Baustil
- Computerkurs für 1 Kichwa, Kauf von 1 Laptop mit Drucker, Ladegerät und Batterie
- INDIO-HILFE erarbeitet mit spanischen Ornithologen den wissenschaftlichen Nachweis der Harpyie als Bioindikator im Achuar-Gebiet. Aufgrund dieser Arbeit wird die Harpyie zum Symbol des ecuadorianischen Naturerbes ernannt, und die Achuar haben die Möglichkeit, ein Gebiet von 7.500 qkm zum Naturschutzgebiet erklären zu lassen
- im ecuadorianischen Urwald in der Gemeinde Yuwints. Die Anlage wird aus der Sanitärbatterie der Grundschule gespeist und mit den kompostierbaren Abfällen aus der Schulküche. Die Gasmenge reicht, um einen Herd in der Schulküche zu betreiben oder einen Kühlschrank in der Sanitätsstation. Wichtiger als die Gasproduktion ist, dass für das regelmäßige Füttern der Anlage alle Abfälle getrennt werden müssen. Dadurch löst sich das gesamte Müllproblem in der Gemeinde: Was nicht in die Biogasproduktion wandert, wird verbrannt oder eingegraben. Mit Yuwints begann die Mülltrennung im Wald – auch für andere Dörfer
- In Yuwints beenden die Studenten für Gemeindeverwaltung, Umweltmanagement, Land- und Forstwirtschaft und das Lehramt ihr Studium und werden in der Gemeinde aktiv
- Yuwints erhält eine dezentrale Stromversorgung über Photovoltaik. Ein Shuar wird als Elektriker ausgebildet, um die Anlagen installieren und warten zu können
- In der Mustergemeinde Yuwints wird eine große Schneiderwerkstätte fertig gestellt. Die Männer im Dorf errichten sie in traditioneller Bauweise. Die Werkstätte hat einen Holzfußboden, Solarstrom und Möbel vom Schreiner des Dorfes. INDIO-HILFE spendiert 4 Nähmaschinen und die erste Ausstattung mit Arbeitsmaterial und Stoffen
- In Sharamentsa möchten die Achuar-Frauen einen gemeinsamen Waschplatz für das ganze Dorf. Dafür müssen die Männer schuften, Steine und Kies von weit her im Kanu holen. Eine Quelle wird gefasst, Becken und Waschplätze sind zementiert. Das Quellwasser wird zusätzlich für eine Dusche genutzt
- In mühevoller Handarbeit beenden die Familien von Nina Amarun den Bau der Flugpiste. Nun kann diese Mustergemeinde angeflogen werden und profitiert noch besser und schneller vom Pilotprojekt
- Nina Amarun erhält eine Trinkwasserversorgung, dazu Waschplätze und Kompost-Toiletten an jedem Haus. Für die Wasserversorgung wurde ein kleiner Bach teilweise aufgestaut. Eine Pumpe, die mit Solarstrom läuft, pumpt das Wasser in Tanks auf einem Wasserturm. Von hier aus verlegen die Dorfbewohner die Wasserleitungen unterirdisch über mehr als 1 km Distanz
- Nina Amarun, die Mustergemeinde bei den Kichwa lädt Vertreter der Shuar und Achuar ein. INDIO-HILFE finanziert die Reise und einen dreitägigen Workshop, bei dem die Indios selbst die Themen festlegen und moderieren. Es werden das Pilotprojekt und auch allgemein Visionen und Probleme aus der Sicht der drei Völker diskutiert
- Sauberes Wasser, nicht nur zum Trinken, ist in allen Dörfern der Waldindianer ein wichtiges Thema. Jetzt haben alle drei Mustergemeinden betonierte Becken mit fließendem Wasser an jedem Haus
- Ausbildung von weiteren Sanitätern in den Mustergemeinden
- Kurse in Kunsthandwerk, besonders Töpfern, zum Erhalt der Kultur und zur Produktion von Handelsware
- Die Schneiderkurse sind so erfolgreich, dass die Gemeinden einen zweiten Aufbaukurs erhalten. Einige besonders begabte Frauen bekommen von der Schneidermeisterin Einzelunterricht
- In Yuwints beginnen die Shuar mit der Produktion von Maschendraht, die Achuar in Sharamentsa folgen bald darauf. Maschendraht wird hauptsächlich für die Kleintierhaltung gebraucht. Die voluminösen Rollen können allerdings in den kleinen Cessnas nicht in den Wald geflogen werden. Die Lösung sind mit einer Handkurbel betätigte Geräte, die Drahtrollen zu Maschendraht verflechten – von uns „Strickliesl“ genannt. Der Maschendraht ist für seine Hersteller zur profitablen Handelsware geworden. Die Rollen werden verkauft oder gegen Hühner eingetauscht
- Yuwints macht die ersten positiven Erfahrungen mit Gemüseanbau in Hochbeeten: Küchenkräuter und Gemüse auf Tischhöhe anzubauen, ist eine Erfahrung, die INDIO-HILFE von den Chachi an der Pazifikküste mitgebracht hat. Die Beete sind gegen Schädlinge und Überschwemmungen geschützt und können gezielt gedüngt werden – mit verdünntem Urin aus den Trocken-Trenn-Toiletten und mit Kompost
- Sharamentsa: Die zentrale Sanitätsstation an Río Pastaza wird eingeweiht. Es ist ein geräumiges Holzhaus in westlicher Bauweise mit einer großen überdachten Terrasse, Behandlungsraum, Apotheke und mehreren Zimmern. Diese Sanitätsstation dient nicht nur Sharamentsa, sondern auch den Achuar flussauf und flussab. Außerdem ist sie als zentraler Stützpunkt für Ärzte und Sanitäter der Gesundheitsbehörden gedacht, die zu Impfaktionen und anderen medizinischen Kampagnen in den Wald kommen
- Kochkurse im Urwald: Seit neue Gemüsearten angebaut werden, erhalten die Indiofrauen Kochkurse, um diese neuen Produkte in ihren traditionellen Speiseplan integrieren zu können. Es entstehen neue leckere Rezepte, und alle sind tief zufrieden
- Erstmalig: Harpyie mit Sender. Die spanische Ornithologin Ruth Muñiz wurde bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit dem Harpyien-Adler im tiefen Primärwald von INDIO-HILFE finanziell und logistisch unterstützt, siehe 2003. Nun gelang es ihr, einem jungen Adler einen Sender wie einen Rucksack aufzuschnallen – weltweit erstmalig, wofür Ruth Muñiz ausgezeichnet wurde
- Start der Kampagne von INDIO-HILFE zur Bekämpfung der Malariaepidemie bei den Shuar und Achuar. Die Erkrankungen an Malaria vivax und Malaria tropica hatten alarmierend zugenommen. Doch weder die nationalen Gesundheitsbehörden noch internationale Organisationen reagierten. 112 Dörfer zu beiden Seiten des Pastazastroms sind am stärksten betroffen. INDIO-HILFE verbindet diese Dörfer zu einem medizinischen Netzwerk, das von 12 Sanitätsstationen betreut wird. Da von außen keine Hilfe in den Wald kommt, ist unser Ziel, Malaria vor Ort diagnostizieren und behandeln zu können. Dazu müssen Sanitäter einen speziellen Kurs als Laboranten absolvieren und Malariahelfer in sämtlichen Dörfern ausgebildet werden. Außer der Behandlung ist die Vorbeugung wichtig: INDIO-HILFE kauft 5.500 mit Insektizid imprägnierte Moskitonetze, unter denen 2 Erwachsene oder mehrere Kinder geschützt schlafen können. Außerdem müssen in sämtlichen Dörfern Hygienemaßnahmen gelehrt und eingerichtet werden
- Quito: Unsere zweite „Alternative Runde“ zu Erneuerbaren Energien findet im Polytechnikum der Hauptstadt Ecuadors statt. Daran beteiligt sind das KLIMA BÜNDNIS und der Deutsche Entwicklungsdienst DED. Hauptredner ist Prof. Dr. Ernst Schrimpff von der FH Weihenstephan, der zu diesem Seminar anreiste. Unter anderem kommen auch Vertreter der Shuar und Achuar und erklären ihre Erfahrungen mit Erneuerbaren Energien in den Waldgemeinden. Im Publikum sitzen hauptsächlich Studenten der verschiedenen Hochschulen Quitos
- Artgerechte Tierhaltung, nicht nur mit Schweinen. In großen Gehegen mit Bachläufen und natürlichen Teichen halten die Indios auch Hühner, Gänse, Kaimane, domestizierte Wasserschweine, einheimische Fischarten und Schnecken. Diese Aktivität schont den Bestand an Wildtieren und verbessert den Speisezettel der Familien. Für die Gehege wird natürlich Maschendraht aus eigener Produktion verwendet
- Erfolgreich auf dem Weg zu Elektroingenieur ist ein Shuar aus Yuwints. Er hat seine Ausbildung zum Elektroinstallateur mit Auszeichnung bestanden und möchte nun noch ein Hochschulstudium anhängen. INDIO-HILFE fördert insgesamt 52 Studenten und Schüler, die demnächst das Abitur machen werden. Alle belegen Fachrichtungen, die in den Waldgemeinden gebraucht werden, sodass die jungen Leute in ihren Heimatdörfern Arbeit finden und ihrem Volk helfen können
- Erstmalig im Wald: die Ausbildung von Indiosanitätern am Mikroskop. Wer bisher medizinisch ausgebildet werden wollte, und sei es nur in Erster Hilfe, musste aus dem Wald hinaus fliegen und sich an den Kreiskrankenhäusern ausbilden lassen. Kurse für Laboranten erteilte die Malariabehörde ausschließlich in der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil. Der Kurs dauert üblicherweise 6 Monate – eine unzumutbare Situation für die Waldindianer und für INDIO-HILFE auch schwierig zu finanzieren. Wir erreichen, dass Ärzte der Gesundheitsbehörden erstmalig im Wald Ausbildungskurse abhalten. Dazu werden die Sanitäter des zukünftigen Malaria-Netzwerkes an zwei Orten konzentriert. Hier können ganztägige Intensivkurse abgehalten werden. Schon nach 2 Monaten sind die Sanitäter bestens ausgebildet. Die Malariabehörde bestätigt, dass die Abschlussexamen der Waldindianer besser ausfallen als von Studenten in der Stadt
- Das erste umfassende Hygiene- und ökologische Entsorgungsprogramm im ecuadorianischen Urwald. Zur Vorbeugung gegen Malaria und, um ganz allgemein gesünder zu leben, finanziert INDIO-HILFE über 1 Jahr die Arbeit der Ecuadorianerin Jenny Aragundy, die Ingenieurin für Ecological Sanitation ist. Monatlich gibt sie Kurse und arbeitet mit der gesamten Bevölkerung in Yuwints und Sharamentsa, analysiert und korrigiert von Haus zu Haus die familiären Lebensverhältnisse und Gewohnheiten unter gesundheitlichem Aspekt. Sie installiert einen geschlossenen Kreis ökologischer Entsorgung, der unter anderen folgende Maßnahmen umfasst: Mülltrennung in jedem Haushalt, in Schule, Gemeindehaus und Sanitätsstation – Nutzung der Abwässer der Toilettenanlage und der organischen Abfälle aus der Schulküche zur Erzeugung von Biogas – Nutzung der organischen Abfälle der Haushalte zur Herstellung von Kompost – Nachbehandlung der kompostierten Fäkalien aus der Trocken-Trenn-Toilette und Nutzung als Bodenverbesserer im Komposter – Einrichten von Frühbeeten, Hochbeeten und Gemüsegärten, dabei Nutzung von verdünntem Urin und Kompost zur Düngung – Nachbehandlung der Grauwässer in einer Pflanzenkläranlage – Beseitigung alles stehenden Wassers, um Brutstätten für Moskitolarven vorzubeugen – Feuerplätze zur Verbrennung von Müll bzw. Anlegen von tiefen Gruben zur Entsorgung von nicht recyclebarem Restmüll – Ausbildungsworkshops zu den Themen Gesundheit, Umweltsanierung und Umwelterziehung
- Nach der Ausbildung der Laboranten trifft nun der Besuch aller 112 Dörfer, um Moskitonetze zu verteilen, die Familien in Malaria-Prävention zu unterrichten und die örtlichen Malariahelfer auszubilden
- Ende Mai: Das Netzwerk bestehend aus Sanitätsstationen, Laboranten und Malariahelfern ist installiert (was noch fehlt, sind weitere Besuche der Familien in den Dörfern). Zum offiziellen Abschluss der Kampagne lädt INDIO-HILFE die Direktoren der Malariabehörde und den Präsidenten der Achuar-Föderation in den Wald ein. In dem Achuar-Dorf Pumpuentsa findet die letzte Trainingsrunde statt. Danach übergibt INDIO-HILFE das Netzwerk zum weiteren Erhalt in die Verantwortung der nationalen Gesundheitsbehörden und der Achuar-Führung. Das Netzwerk umfasst etwa zu gleichen Teilen Dörfer der Achuar und der Shuar und ist ein verlängerter Arm und Stützpunkt für das ecuadorianische Gesundheitsministerium im Wald, weitab vom Straßennetz
- In Sharamentsa wird die erste Schule im traditionellen Baustil errichtet. Die alte Bretterbude mit Wellblechdach – eine Installation der Schulbehörde – wird abgerissen. Der typische Achuar-Bau erhält 2 Klassenzimmer, 1 Büro für die Lehrer, Fußboden, selbst geschreinerte Möbel, Licht und fließendes Wasser. Damit hat Sharamentsa (außer der Sanitätsstation) nur noch traditionelle Achuar-Häuser
- Im Juni wechselt die Führungsspitze von INDIO-HILFE in Ecuador: Erstmalig überträgt eine ausländische Organisation die Projektleitung einem Indio. Der Achuar Uyunkar Domingo Peas Nampichkai aus Sharamentsa erhält Verantwortung in sämtlichen Bereichen und wird primär in den Waldgemeinden arbeiten. In unserem Büro in Puyo unterstützen ihn ein Assistent und eine Buchhalterin. Der neue Repräsentant von INDIO-HILFE in Quito heißt Pablo Marañón. Er ist mit allen notwendigen Vollmachten ausgestattet.
- Ende September wird das Pilotprojekt AMAZONICA (Beginn 2002) mit finanzieller Förderung des BMZ abgeschlossen. Damit endet auch die größte Malaria-Kampagne im gesamten Amazonasbecken nach 2 Jahren
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