Projekte Gemeindeentwicklung

Gemeindeentwicklung im Amazonaswald bedeutet „Entwicklung von Waldgemeinden zur Verbesserung
ihrer Lebensgrundlagen und als ein Beitrag zur Erhaltung der Indiovölker und des tropischen
Regenwalds“. AMAZONICA organisiert und finanziert Fachleute zur Ausbildung und Beratung, alles
Material, das es nicht im Wald gibt, und die Transportflüge. Die Dorfbewohner leisten die Arbeit vor Ort.


Die Maßnahmen im Einzelnen

Ernährung
Ökologische Landwirtschaft auf Familienbasis: Anbau von Gemüse, Obst und Feldfrüchten – Kleintierhaltung: Hühner, Enten, Schweine – Fischzucht: einheimische Arten in natürlichen Teichen. Das alles dient der zukünftigen Selbstversorgung und schafft bei Überproduktion Einkommen durch Verkauf der Güter, zum Beispiel an den Akademiebetrieb.

 
 



Wasserversorgung
Sauberes Trinkwasser und genügend Wasser für das Arbeiten sind im Regenwald keine Selbstverständlichkeit und müssen häufig von weit geholt werden. Jede Gemeinde, die sich entwickeln will, braucht genügend sauberes Wasser im Dorf. Dazu werden im Hügelland höher gelegene Quellen gefasst und Leitungen zu den Ortschaften verlegt. Im flachen Auengebiet der großen Ströme muss das Quellwasser auf Wassertürme hoch gepumpt werden. Das geschieht mit Solarenergie.
 

 

Hygiene und Müllentsorgung
Persönliche Hygiene und Sauberkeit in den Häusern und im Dorf sind Voraussetzung für gesundes Leben und Arbeiten. Außerdem ist wachsende Müllansammlung auch in den Waldgemeinden ein Problem. AMAZONICA finanziert die Arbeit einer Ingenieurin für „ecological sanitation“ und deren regelmäßige Besuche (per Flugzeug). Es geht um ökologische Entsorgungsmaßnahmen und Hygieneberatung. Trockentrenntoiletten an jedem Haus sind ebenso selbstverständlich wie Mülltrennung, Kompostierung und Entsorgung. Die Kinder der Grundschule räumen, mit Spießen und Körben ausgestattet, einmal wöchentlich ihr Dorf auf.

 

Gesundheit
Wasserversorgung und Hygienemaßnahmen dienen der Vorsorge. Zur Behandlung von akuten Krankheiten haben wir bereits eine medizinische Infrastruktur geschaffen – anlässlich der Malariaepidemie von 2005 bis 2007. Diese Basisversorgung muss natürlich erhalten und ausgebaut werden. Jedes Dorf bekommt eine kleine Sanitätsstation, und geeignete Dorfbewohner werden zu Sanitätern ausgebildet. AMAZONICA fördert aber nicht nur die Schulmedizin, sondern berücksichtigt auch die traditionellen Naturheilweisen der Indiovölker. Wir finanzieren die Kurse für angehende Medizinmänner.



Gemeindeverwaltung
Der Fortschritt der Familien in einem Dorf wäre gefährdet, würde nicht der Gemeindevorstand die Maßnahmen verstehen und voll unterstützen. Außerdem müssen diese lokalen Führer Sicherheit im Umgang mit der Dachorganisation ihres Volkes haben und wissen, wie man mit den Behörden spricht. Die Mitarbeiter von AMAZONICA halten in den Dörfern regelmäßig Workshops zu allen relevanten Themen ab. Einigen jungen Leuten mit Abitur werden auch entsprechende Studiengänge finanziert.

 

Erneuerbare Energien
Jede aufstrebende Gemeinde braucht Strom, für die kleinen Werkstätten und die Trinkwasserpumpe ebenso wie für den Computer und das abendliche Studieren. Am Äquator wird es schon um 18 Uhr dunkel!
Mitten im Wald ist ausschließlich die dezentrale Stromversorgung durch erneuerbare Energien sinnvoll: kleine Solaranlagen auf jedem Haus oder eine größere Solarzentrale pro Dorf. Sollten sich die Batterien Wetter bedingt nicht genügend aufladen, ist es günstig, einen Generator stand by zu haben, also ein Hybridsystem ‚Solaranlage mit Generator’. Um ihn zu betreiben, setzen wir im Wald auf selbst gepresstes Pflanzenöl anstelle von Dieselkraftstoff, der eingeflogen werden muss.
 
Foto: Markus Heinsdorff
Wo es in der Nähe Wasserläufe mit genügend Gefälle gibt, finden zur Stromerzeugung auch kleine Turbinen Einsatz. Alle Wasserleitungen und Stromkabel werden unterirdisch verlegt. Darauf legen wir Wert, und die Indios sind stolz auf ihre ordentlichen Dörfer.