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Naturschutz, besonders im Amazonasgebiet, ist mehr als „nur“ Schutz von Fauna und Flora. Naturschutz bedeutet Schutz des Lebensraumes.
Die Indiovölker Ecuadors hatten das Glück, vom Staat große Teile ihrer traditionellen Siedlungsgebiete mit Landtitel zum Eigentum zu bekommen. Diesbezüglich ist die Situation der Indios in anderen lateinamerikanischen Ländern deutlich schlechter bis verheerend. Doch obwohl die Territorien der Amazonasindianer Ecuadors rechtlich in Ausmaß und Bestand als gesichert gelten, heißt die Realität eher Ausbeutung und Vernichtung durch internationale und nationale wirtschaftliche Interessen. Auch die Indianer selbst, die noch keine Alternative zu ihrer zerstörten traditionellen Lebensweise kennen, berauben sich ihrer letzten natürlichen Ressourcen und suchen ihr Heil in der Anbindung an das Straßennetz, das ihnen dann den völligen Garaus macht. Dieser unglückseligen Tendenz gilt es entgegen zu halten! Die Maßnahmen sind Aufklärung, Ausbildung und Unterstützung aller Aktivitäten zum Schutz der Waldindianer, ihres Lebensraumes und damit zur Erhaltung unseres letzten großen Regenwaldes, den wir als Menschheit haben. Der Lebensraum der Waldindianer bedeutet Leben für uns alle! Die Maßnahmen im Einzelnen
Umwelterziehung „Da es der Mensch ist, der die Natur zerstört, muss beim Menschen angesetzt werden, um die Natur zu schützen“. Alle in der Familie lernen, wie wichtig es ist, die Natur intakt zu erhalten und in gesunder Umwelt zu leben – auch im tiefsten Urwald! AMAZONICA integriert entsprechende Orientierung in den Unterricht der Grundschulen, in den Kulturunterricht und in die Gemeindeentwicklung durch die Ausbildung in ökologischen Entsorgungsmaßnahmen. Ökologische Arbeitsmethoden, besonders in der Landwirtschaft, und der Einsatz erneuerbarer Energien tragen ebenfalls zu verstärktem Umweltbewusstsein bei. Da der Wildbestand und andere natürliche Ressourcen zur Ernährung stetig abnehmen, spüren die Waldindianer die Notwendigkeit, etwas zu verändern – ohne zu wissen, was und wie. Zwei Beispiele für die Maßnahmen von AMAZONICA: Die erfahrenen alten Jäger erarbeiten zurzeit einen Jagdkalender, um bedrohte Arten und optimale Schonzeiten zu analysieren und festzuhalten. Parallel dazu gehen die ABC-Schützen auf Mülljagd: mit Spießen und Körben reinigen sie das Dorf, die Flussufer und die Wege im Umkreis.
Umweltmanagement Noch lieber würden wir „Mitweltmanagement“ sagen, weil jeder von uns Teil seiner Umwelt ist und sich ihr nicht entziehen kann. Umweltmanagement ist ein Studienfach an ecuadorianischen Universitäten. AMAZONICA finanziert die Stipendien für junge Achuar und Shuar, die in Zukunft wichtige Maßstäbe in ihren Territorien setzen und die Familien entsprechend ausbilden werden. Einen bezahlten Job können sie an der AMAZONICA-Akademie und im Tourismus bekommen. Schon jetzt wurden die ersten Fremdenführer ausgebildet. Sie begleiten jedweden Besucher im Wald hauptsächlich, um Naturschönheit und Besonderes in Fauna und Flora des tropischen Regenwalds zu zeigen. Diese Berufe haben nur Zukunft, wenn die Umwelt intakt ist. Somit wird jeder ausgebildete Waldindianer schon im eigenen Interesse zum Umweltschützer.
Aufforstung Mitten im Wald? Ja, und zwar Aufforstung früherer Waldschäden, siehe auch PROJEKTE, „Die frühere Lebensweise“. Es ist leider eine Tatsache, dass durch fehlgeschlagene Projekte der Missionen und der Regierung, durch Ölförderung, Holzwirtschaft, Straßenbau und durch den Raubbau der Indios selbst zum Lebensunterhalt Auslichtung und Kahlschlag statt gefunden haben und immer noch finden. Diese Flächen müssen aufgeforstet werden! Im Rahmen der Projekte von AMAZONICA wird im ausgelichteten und Sekundärwald mit Edelhölzern aufgeforstet. Auf den kahlen ehemaligen Rinderweiden werden Nutzhölzer und andere Nutzpflanzen angesiedelt, um für den eigenen Bedarf der Gemeinden nicht weiter in den Primärwald vordringen zu müssen.
Naturschutzgebiete Schutzwürdige Regionen zu Naturschutzgebieten, Nationalparks und Ähnlichem zu erklären, ist im Prinzip gut. Bloß … in der Praxis hilft das alles nichts, solange sich niemand an die Regeln hält und niemand da ist, die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu überwachen! Es hilft nichts, wenn Multimilliardäre halb Amazonien aufkaufen, solange sie ihre Naturschätze nicht bewachen können. Und sie können das nicht! Einerseits haben sie die Regierungen der betroffenen Länder und regionale wirtschaftliche Interessen zum Feind, andererseits sind immense unwegsame und unbekannte Waldgebiete durch keine bezahlte Rangertruppe der Welt zu schützen. Die einzigen möglichen Waldhüter vor Ort sind die ansässigen Waldindianer. Auch sie müssen für diese Aufgabe ausgebildet werden, was AMAZONICA tut. Für ein funktionierendes Naturschutzgebiet in der Amazonasregion braucht man also mehrere Akteure, eine Lobby: Die Institutionen, die ein Gebiet unter Naturschutz stellen und weiterhin überwachend begleiten – die Waldbewohner, die es von innen bewachen – und die aufgeklärte und interessierte Weltöffentlichkeit als Ansprechpartner für die Menschen, die sich um „unseren Naturschutz“ bemühen. Die Achuar in der Provinz Pastaza sind bereit, ihre wertvollsten noch intakten Urwaldgebiete selbst zu Reservaten zu erklären, nicht mehr zu bejagen und vor fremdem Zugriff zu bewahren. AMAZONICA unterstützt sie dabei.
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